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Friedrich Schiller und seine Universität – Seine Universität?

€3.80Preis
  • Klaus Dicke

    Friedrich Schiller und seine Universität – Seine Universität?

     

    Die Universität Jena verfügt über eine Vielzahl von Gründungsmythen, die die 450 Jahre ihrer Geschichte überwölben: Dazu gehören nicht nur das reformationspolitisch untersetzte „Krisenmanagement“ Kurfürst Johann Friedrich I. und die Idee eines „zweiten Wittenberg“, sondern auch Fichtes Beharren auf der Lehrfreiheit gegenüber dem Landesherren, das gemeinsame erfolgreiche Wirken von Ernst Abbe, Carl Zeiss und Otto Schott im 19. Jahrhundert sowie nicht zuletzt das Bestreben der Universität zur demokratischen Umgestaltung in den Jahren 1989/90 aus eigener Kraft.

    Angesichts dieser an der Universität sehr lebendigen Tradition erscheint es notwendig zu fragen: Trägt die Berufung auf Schiller, den wohl berühmtesten Jenaer Professor, im Namen der Universität nicht zu einer Verkürzung ihres Identitätskernes bei? Belasten nicht zudem die Umstände der Namensgebung, die 1934 unter nationalsozialistischen Vorzeichen stattfand, die Beziehung zu diesem prominenten Namenspatron heute?

    Keine Frage: „Friedrich Schiller“ ist eine Marke – ein Pfund, mit dem die Universität Jena wuchern kann. Dies gilt jedoch nicht nur für den Namen mit seinem hohen Wiedererkennungswert, sondern Person und Werk Schillers sind überaus sprechende Identifikationskerne für die Universität, gerade in der Vielfalt ihrer Facetten. Mit der Rede des Rektors gedachte die Universität am 10. November 2009 sowohl des 250. Geburtstages Friedrich Schillers als auch des 75. Jahrestages der Namensgebung.